Den Wandel gestalten

Hier finden Sie das Wahlprogramm von Bettina und wie sie Großostheim im Falle ihrer Wahl verändern möchte.

Den Wandel gestalten - Fit für die Zukunft

Dieses Motto ist die Richtschnur für mein Handeln. In einer „Zukunftswerkstatt“ hat die SPD mit Bürgerinnen und Bürgern aus allen Gemeindeteilen und Altersgruppen Ziele für unsere Gemeinde formuliert. „Wie soll Großostheim 2030 aussehen?“. Bei dieser Frage wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich schon heute den Aufgaben der Zukunft zu stellen.

Den demographischen Wandel, den Klimawandel und den Wandel in der Digitalen Welt dürfen wir nicht nur begleiten - wir müssen Ihn aktiv gestalten. Wie können wir den demographischen Wandel gestalten? Es muss ausreichend – d.h. mehr - bezahlbare Wohnungen geben, die Innenorte müssen lebendiger werden (mehr Menschen, mehr Begegnungs- und Kommunikationspunkte, Verdichtung), in neuen Baugebieten müssen Baugrundstücke auch zügig bebaut werden, unbebaute Grundstücke sollen nicht über Jahrzehnte als „Wertanlage“ gehortet werden.

Innovative Wohnkonzepte werden gefragt sein. Da der demographische Wandel dazu führt, dass immer mehr Mensch immer älter werden und viele möglichst lange selbständig wohnen möchten. Daher braucht es Seniorenwohnanlangen, in denen bei Bedarf „Versorgungsleistungen“ gebucht werden können. Mehrgenerationenwohnen ist ein weiterer Ansatz.

Die Nachfrage nach sozialem Beratungsbedarf wächst. Viele Bürgerinnen und Bürgern aller Altersgruppen haben persönliche, finanzielle oder familiäre Probleme. Wir wollen Ihnen Beratungsmöglichkeiten auch direkt vor Ort in Großostheim bieten. Diese Aufgabe kann die Marktgemeinde selbst in die Hand nehmen oder einem Trägerverein überantworten.

Treffpunkte für alle Generationen schaffen und damit den sozialen Zusammenhang stärken – das war ein dringender Wunsch der Zukunftswerkstatt. Solche Treffpunkte können Cafés, öffentliche Plätze oder Räume sein. Im neu zu gestaltenden Sozialzentrum im Benefiziaten Haus (Marktplatz 4) besteht die Möglichkeit, dies mit sozialer Beratung zu verbinden. Wichtig für alle Treffpunkte ist eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dafür wäre der 1-Euro-Bus (ähnlich dem Konzept in Hessen) hilfreich.

Soziale Treffpunkte sind auch unsere Vereine – sie haben Angebote über alle Altersgruppen hinweg, von Bambinis bis Senioren. Aber es wird für die Vereine immer schwerer, ihre Strukturen aufrecht zu erhalten. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die ehrenamtliche Arbeit durch die Marktgemeinde besser unterstützt wird - sowohl finanziell als auch mit praktischem Wissen (z.B. Versicherungen, Förderanträge, Buchhaltung).

Je mehr Senioren, desto wichtiger ist die Nahversorgung mit Lebensmitteln. Das ist eine riesige Aufgabe, die auch neue Konzepte braucht (gerade hat der Markt in Ringheim wegen mangelnder Nachfrage geschlossen). Senioren legen oft sehr viel Wert auf Service (wird die Ware ins Auto gepackt oder gar bis zur Wohnungstür geliefert). Die Nahversorgung betrifft aber auch Ärzte und Apotheken. Wir sind eine geburtenstarke Gemeinde und haben auch viele Senioren. Neben Allgemein-Medizinern sind da Kinderarzt, Augenarzt, Zahnarzt, Urologie/Gynäkölogie, Internist nachgefragt. Das Angebot im Ort ist da lückenhaft. Ich werde mich dafür einsetzen, dass sich dies ändert.

Ich will erreichen, dass die Ortskerne verdichtet werden, so dass die Kaufkraft dort steigt und Geschäfte bessere Existenzbedingungen vorfinden. Im Altort wird das alte Zentrum um den Marktplatz herum zur Zeit neu gestaltet. Mit den neu geschaffenen Parkplätzen Am Kirchberg und in der Kanzleistraße ist das Gros der Autos vom Marktplatz verschwunden, der neu eingerichtete Wochenmarkt wurde gut angenommen. Nun müssen unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger die nächsten Schritte folgen. Attraktiv und lebendig soll unser Marktplatzquartier werden. Der Durchgangsverkehr muss verringert werden und die Straßen und Gassen Stück für Stück so ausbaut werden, dass sie für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen gut geeignet sind. Dabei müssen mehr Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen und die „Pfädchen“ müssen instand gesetzt und gepflegt werden. Vorrangig für die Entlastung vom Durchgangsverkehr ist die Ortsumgehung Pflaumheim, die schon längst fertiggestellt sein könnte.

Mehr Aufmerksamkeit will ich Familien und Jugendlichen schenken. Die Anzahl der Kinder, die in unseren Einrichtungen in ganz hervorragender Weise betreut werden, wächst stetig und die Betreuungsangebote sind vielfältig (Kinderkrippen, Kindergarten, Kinderhorte, Mittagsbetreuung). Räumlich und personell muss das Angebot mitwachsen, um die Qualität der Betreuung sicherzustellen. Auch wenn das finanziell für die Gemeinde nicht einfach wird. Aber gute Betreuung ermöglicht es besonders Frauen, sich zeitnah wieder ins Berufsleben zu integrieren, was wiederum Einnahmen aus der Einkommenssteuer für die Gemeinde generiert.

Die Jugendlichen von heute sind die Entscheidungsträger von morgen. Deshalb ist es wichtig, sie frühzeitig an Entscheidungsfindungsprozessen zu beteiligen. Ein Jugendparlament ist meiner Meinung nach der richtige Weg, der nächsten Generation zu zeigen, wie wichtig Politik auch auf kommunaler Ebene ist und dass Mitbestimmung etwas bringt. Wenn sie verwurzelt sind, sich ernstgenommen fühlen und ihre Vorschläge gehört und umgesetzt werden, dann funktioniert das soziale Miteinander besser.

Großostheim muss sein Angebot an attraktiven und gut bezahlten Arbeitsplätzen verbessern. Das stärkt die Finanzkraft der Gemeinde und verhindert, dass Großostheim zum „Schlafort“ für Pendler wird. Mit den genannten Maßnahmen wird es uns gelingen, den demographischen Wandel erfolgreich zu gestalten, den sozialen Zusammenhalt und unsere „Bachgau-Identität“ zu stärken. Hier ist meine Heimat, hier lebe und arbeite ich gern und hier fühle ich mich gut aufgehoben. Dieses Ziel hat für uns Sozialdemokraten im Bachgau höchste Priorität.

Was können wir in Großostheim gegen den Klimawandel tun? Ein Klimakonzept für die Gemeinde Großostheim muss erarbeitet und konsequent umgesetzt werden. Bis 2030 soll ein hoher Anteil unseres Energiebedarfs von der Bürger Energie Bachgau eG regenerativ erzeugt werden. Die Förderung von Radwegekonzepten und deren konsequente Umsetzung sind ein wichtiger Baustein zur Kohlendioxidvermeidung.

Um auch bewegungseingeschränkten Bürgerinnen und Bürgern Mobilität mit dem Rad zu ermöglichen, müssen wir auf Barrierefreiheit achten. So ist es uns gelungen, den barrierefreien Umbau der Rad- und Fußwegunterführung an der Umgehungsstraße zwischen Großostheim und Pflaumheim auf den Weg zu bringen. Der ÖPNV muss attraktiver werden! Kurze Fahrzeiten, Pünktlichkeit, niedrige Preise. Der Landkreis Miltenberg macht es uns vor. Wir müssen uns sowohl in der Gemeinde, als auch im Landkreis dafür stark machen, dass die Mobilität erhalten bleibt, ohne das Klima zu belasten. Dies wäre ein doppelter Gewinn. Weiter arbeiten wir ernst und engagiert an einer Schnellbusverbindung zur S-Bahn im hessischen Nachbarort Rodgau und für die Bachgaubahn.

Die Versieglung von Flächen kann nicht ewig so weiter gehen. Dadurch wird das Mikroklima verschlechtert. Versiegelte Flächen heizen sich auf, bewachsene Flächen kühlen. Auch nehmen wir Insekten Nahrungsquellen, was den durch intensive Landwirtschaft eh schon stark reduzierten Bestand weiter senkt. Damit lösen wir eine Kettenreaktion aus, denn Insekten sind wichtige Bestäuber und Nahrungsquelle für viele Vögel. Wenn wir Insekten schützen wollen, dann müssen wir auch konsequent die Einhaltung der Bebauungspläne bezüglich Bepflanzung und Begrünung durchsetzen. Jeder in der Gemeinde gepflanzte Baum verbessert das Mikroklima. Die “Fridays for Future“ Demonstrationen haben es deutlich gezeigt – unsere Jugend macht sich sehr ernste Gedanken um ihre Zukunft auf unserem Planeten.

In den letzten zehn Jahren hat der Anbau von Mais stark zugenommen. Die Äcker mit den Mais-Monokulturen dienen weitgehend der Energieerzeugung, fruchtbarer Boden wird so dem Futter- und Lebensmittelanbei entzogen. Wenn man zum Beispiel über den „Promilleweg“ von Ringheim nach Pflaumheim fährt ist man von Mais umgeben. So soll unsere Zukunft nicht aussehen! Wir brauchen eine vielfältige Landwirtschaft mit noch viel mehr Blühstreifen.

Dem Klimawandel entwirken- auch in unseren Wäldern. Der Markt Großostheim besitzt mit Ober- und Unterwald große Waldflächen. Sehr viele Bäume sind durch den dramatischen Klimawandels krank, sie haben nicht mehr genug Wasser. Trockenschäden an Buchen haben zum Absterben von großen Flächen geführt. Den Rest erledigt dann der Borkenkäfer, der geschwächte Bäume massenhaft befällt. Jeder der mit offenen Augen durch unsere Wälder geht, kann die Schäden in den Baumkronen sehen. Wir müssen mit Aufforstungen und Konzepten zum Waldumbau dafür sorgen, dass auch unsere Enkel und Urenkel noch Wald als lebendige vielfältige grüne Umgebung kennen lernen und nicht nur aus dem Bilderbuch.

Wie gestalten wir den digitalen Wandel menschengerecht? Mit der Digitalisierung sind wir mitten in einem Veränderungsprozess, von dem wir analoge Menschen momentan noch kaum eine Ahnung haben. Die schöne neue Welt wird täglich sichtbarer in China, wo der Orwell'sche Überwachungsstaat bereits Realität ist. Flächendeckende Kameraüberwachung mit Gesichtserkennung, Verkehrs- und Bewegungserfassung, zum Einkommen werden Einkäufe (fast nur noch bargeldlos) und Geldabhebungen registriert, wer telefoniert mit wem und welche Seiten im Internet werden angeklickt, Strafen und Ordnungswidrigkeiten werden erfasst und das alles wird vernetzt. Nichtkonformes Verhalten wird bestraft, man bekommt plötzlich keinen Bankkredit oder der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wird erschwert oder gesperrt. Mit Konzernen wie Amazon und Google geht es in eine ähnliche Richtung. Gerade müssen wir erfahren, dass Alexa und Siri uns abhören und das Abgehörte gespeichert und in Schriftform transkribiert wird. Wir wollen nicht, dass die Digitalisierung zur Überwachung/Ausspionierung der Bürgerinnen und Bürger missbraucht wird.

Der rasante Ausbau und die vielfältige Nutzung muss daher in absolut sicheren Bahnen verlaufen. Hier können wir uns keine Halbherzigkeiten und Schwachstellen erlauben. Die digitalen Daten müssen uns Menschen dienen. Wir dürfen aber auch nicht leichtfertig persönliche Daten und Dinge ins Netz stellen. Unsere Schulen, deren digitale Ausstattung nicht hinterher hinken darf, müssen da noch mehr praktische Aufklärung leisten.

Der digitale Wandel geht in allererster Linie natürlich einher mit einem Wandel auf dem Arbeitsmarkt. Immer mehr Firmen bieten Home Office an – immer mehr gut ausgebildete Frauen und Männer sind somit in der Lage Beruf und Familie zu vereinbaren. Als Markt Großostheim müssen wir für Arbeitgeber und Arbeitnehmer interessant bleiben. Hierzu wird der weitere Ausbau von schnellem Internet benötigt.

Unser Arbeitsauftrag vor sechs Jahren lautete: Ganz Großostheim muss für alle Generationen lebens-und liebenswert bleiben. Das bleibt weiterhin aktuell. Lasst uns gemeinsam Großostheim lebenswert gestalten und erhalten, Lasst uns den den Wandel meistern .

Dafür bitte ich um Euer Vertrauen und Eure Unterstützung. Wir können das nur gemeinsam schaffen! Ihre / Eure Bettina Göller